Herz aus Gold!

Wenn ich zu meiner großen Überraschung von Euch höre, dass Ihr interessiert meine Blog-Einträge lest und mir so viel Feedback zukommen lasst, motiviert mich das ungemein öfter ein paar Zeilen (oder auch mehr) über das zu schreiben, was mich bewegt! Es geistert so viel, abartig lange durch meinen Kopf, das ich gerne einmal niederschreiben möchte. Was mich beschäftigt, antreibt, erfüllt, manchmal auch traurig macht! Dinge aus dem Alltag eines Tierfotografen... Und manchmal sind es auch ganz bewegende Geschichten, die mir passieren, Menschen, die ich durch meine Arbeit kennenlernen darf, die ganz, ganz große Spuren hinterlassen. Ich wünschte, es gäbe genügend Zeit, für jeden von Euch einen kleinen Eintrag hier zu verfassen. Ein paar liebevolle Worte über unsere gemeinsamen Shootings, Eure tollen Vierbeiner, die ich kennenlernen und fotografieren darf, aber natürlich geht das nicht. Gerade in der Hochsaison überschlagen sich die Termine, man ist froh, wenn man zeitlich noch alles irgendwie bearbeitet bekommt und die Wartezeiten auf die Fotos für Euch nicht zu lang wird. Da bleiben solche Dinge, die eigentlich fürs Herz sind und das Schöne an meiner Arbeit, meist nur meiner Erinnerung vorbehalten. Aber wert seid Ihr es alle, Ihr tollen, tollen tierlieben Menschen und vierbeinigen Weggefährten. Uns alle verbindet schließlich diese eine große Liebe, die das Leben lebenwert macht. Heute jedoch gibt es diese eine bewegende Geschichte für Euch, die mich lange nicht loslassen wird, von Anja mit dem Herz aus Gold und ihrem Balou.

Regenbogenshootings. Ich hasse dieses Wort! Es gibt kein Schlimmeres. Es kräuseln sich mir die Nackenhaare, ich mag sofort Laufen gehen und in einem tiefen Loch verschwinden. Daher finden sich bei mir keine Angebote für "Regenbogenshootings", es gibt sie nicht und wenn ich so etwas mache, dann weigere ich mich, sie so zu nennen! Natürlich habe ich viele kranke Tiere fotografiert, letzte Tage, letzte Stunden, emotionale Abschiedsmomente festgehalten und ja, mir ist die riesige Ehre und die große Aufgabe, die Ihr mir da anvertraut durchaus bewusst. Daher würde ich solche Anliegen nie ausschlagen! Es gab sogar Momente, da habe ich mich aufgezwungen, lass uns bitte noch Fotos machen! Von Euch.... Weil ich weiß, irgendwann, dann habt Ihr diese Fotos für Euch. Sie können nichts ersetzen, nichts besser machen, aber sie sind da! Aber ich hasse es trotzdem.

Erst einmal geht's mir nah, wem würde das nicht so gehen! Zweitens find ich die Vorstellung widerwärtig aus diesem "Abschied" Profit zu machen. Wer würde nicht jedes Foto haben wollen? Die vielleicht letzte hochwertige auf Foto gebannte Erinnerung? Wer mich kennt weiß, das bringe ich nicht über mich. Ja, ich lebe von der Tierfotografie, aber ich mach das Ganze noch aus einer reinen Motivation heraus, aus Freude zum Tier und der Liebe zu meiner Arbeit. Außerdem habe ich selbst Tiere und kann sicherlich - wenn auch nur zu einem kleinen Teil - nachempfinden, wie es Menschen in einer solchen Situation ergeht. Die wissen, die Tage sind vielleicht gezählt. Aber Regenbogenshootings, ich hasse dieses Wort!

Deswegen war die liebe Anja auch nicht zum Regenbogenshooting bei mir, sondern zu einem gewonnen Action-Shooting mit ihrer Malinois Hündin Nala und ihrem wunderschönen Ridgeback-Mischling Balou. Wenn mich ein Anruf erreicht, das ein Tier krank ist und wir noch bitte schnell ein paar Fotos machen wollen, dann ist das Studio manchmal wetterbedingt die einzige Option. Es entstehen oft die eleganten Portraits auf Schwarz aber ja, sie sind edel, schick bei einem gesunden Hund! Aber sie sehen oft schon irgendwie nach Abschied aus, so Traueranzeigen-mäßig... daher fand ich die Idee grandios, dass Balous Studiofotos absolut Null nach Abschied aussehen, weil's auch keiner ist! Balou wird nämlich mindestens 16, das hat er mir gestern versprochen! Jetzt bin ich glücklich, denn ich habe hier mindestens 100 geniale, lustige und fröhliche Schnappi, Lecki, High-Five und Grimassenbilder von Nala und Balou liegen, die die Welt nur erfreuen können, wenn man sie anschaut und genauso müssen Fotos aussehen, gerade wenn sie einen kranken Hund zeigen. Kein Schwarz, kein stilles Portrait, kein Abschied!

Seit fast 10 Jahren bin ich jetzt als Fotografin selbständig und ich könnte ganze Bücher schreiben über alles was ich erlebt habe. Familienshootings, Hochzeiten und all die vielen, vielen Tierfotoshootings. Was für tolle Menschen ich in diesen Jahren kennenlernen durfte. Manche wurden sogar zu Freunden und halten immer Kontakt zu mir. Freudestrahlend sitze ich am PC und erhalte Eure Nachrichten, was aus meinen Fotos entstanden ist, lese Eure lieben Zeilen über einen Besuch bei mir und das Ihr Euch wohlgefüht habt. Aber manchmal bin ich auch traurig, wenn ich lese, dass es einem Eurer Lieblinge nicht gut geht oder Ihr einen schweren Abschied hinter Euch habt. Auch das ist das Los eines Tierfotografen, manchmal liegen Freud und Leid da dicht zusammen. Aber die schönen Momente überwiegen, die Geschichten, zu deren Teil ich werden darf, die ich festhalten kann. Und das es Menschen gibt, wie Anja. Mit einem Herzen aus Gold.

Liebe Anja. Du gehörst inzwischen zu einer ganz arg lieb gewonnenen Kundin. Du wertschätzt meine Fotos, wie man es sich nur erträumen kann. Du hast sie Dir sogar unter die Haut stechen lassen. Was für ein Liebesbeweis an eine Fotografin und an seine Tiere. Wir haben uns beim Outdoorshooting 2016 mit Nala kennengernt, da habe ich erfahren, was für ein großes tierliebes Herz Du hast. Hast ihr eine Chance gegeben, als es ihr so schlecht ging, hast sie zu Dir geholt und sie mit all Deiner Liebe gesund gepflegt. Damals war sie noch ganz scheu und unsere Kuschelfotos fand sie soooo doof. Die körperliche Nähe hat sie noch nicht angenommen, die ersten Wochen waren schwer für Dich, Du hast sie trotzdem nie aufgegeben. Heute ist sie ein neuer Hund, sie hat sogar mich aufgefordert, sie zu kuscheln! Was für eine Ehre für mich! Das sagt mehr als 1.000 Worte, was Deine Liebe aus ihr gemacht hat. Und dann Balou... Ihn durfte ich im Studioshooting 2016 kennenlernen - ein Riese! Was für ein Bär. Seine freundlichen Augen haben ihn aber schnell verraten, keine Maus muss ihn fürchten. Letztes Jahr hast Du mir Deine beiden Pferde Tina und Tigger bei einem Studioshooting vorgestellt. Jetzt endlich ein Wiedersehen, wobei Du ja geschummelt hast. Du hast mir bei Eurer Teilnahme am Gewinnspiel nicht verraten, dass es Balou so schlecht geht! Ich habs grad nochmal kontrolliert!! Daher bin ich doppelt froh, dass Ihr gewonnen habt. Als es an den Termin ging, hast Du mich dann aber vorgewarnt, ich sollte mich nicht erschrecken, wenn ich Balou sehe...

Als Du mich gestern besucht hast und Balou dann aus dem Auto stieg musste ich tatsächlich schlucken. Balou leidet an IBD. Eine Autoimmunerkrankung des Darms. Seit einem Jahr geht Euer Kampf jetzt schon, aber nichts hilft. Keine Therapie schlägt so an wie sie sollte, kein Futter bleibt lang genug drin, dass sie ihn bei Kräften und Gewicht halten kann. Ihr habt nichts unversucht gelassen, sonst wäre er sichlich schon lange nicht mehr hier. Seine Augen verraten aber immer noch ganz klar, ICH WILL LEBEN! Schließlich ist Balou noch viel zu jung um zu gehen... Stark untergewichtig und generell ein bisschen ruhiger als sonst, hat er beim ersten Leckerchen trotzdem direkt Vollgas gegeben und hat sie Lefzen nur so fliegen lassen. Was haben wir gelacht, was muss ich jetzt lachen, wenn ich die Fotos von Balou und Nala jetzt so durchstöber - er ist einfach ne Wucht! Was für eine Lebensfreude, trotz seiner Krankheit. Ihr seid sicherlich schon durch eine sehr schwere Zeit, ich weiß das Du kürzlich schon ein Pferd hast gehen lassen müssen. Ich wünsche dir, liebe Anja und Deiner Familie, dass Balou noch ganz, ganz, ganz lange bei Euch ist, Ihr noch eine Therapie findet, die anschlägt oder DAS eine Futter, das ihn aufpäppelt und Euch noch viele gesunde Jahre schenkt! Ja, das Ihr diesen Kampf gewinnt. Ich wünsche mir, dass wir uns im Sommer wiedersehen zu einem Outdoorshooting mit Beiden, Balou mit mindestens 10 kg mehr auf den Rippen. Und dann machen wir die Kuschelfotos mit Nala, die sie jetzt endlich zulässt und fotografieren ihr süßes Männchen-Machen wie beim letzten Mal. Dass Du dann lachen kannst über die Sorgen. Ich wünsche mir das sooo sehr für Euch! Uns allen ist einfach so viel mehr Zeit miteinander gegönnt!

Zu dem Thema möchte ich noch einmal sagen: Anja hat ALLES gemacht, was möglich ist. Dabei sind Summen im Spiel die ich nicht nennen möchte! Da gäbe es jedenfalls viele neue Rassehunde für! Erschreckend finde ich, die widerwärtigen Reaktionen zu hören, die so ziemlich jede Scheußlichkeit abdecken. Von "Warum erlöst Du den Hund nicht endlich" über unerträgliche Kommentare beim Gassigehen, ob man den Hund nicht füttere bis zum 1.000 nächsten gutgemeinten Ratschlag, als habe man nicht schon längst alles probiert! Das alles ist so überflüssig, so schmerzhaft, so verrückt. Niemand darf sich anmaßen so etwas zu fragen, zu urteilen, zu sprechen... Was auf Anja da einprasselt, mag ich mir gar nicht vorstellen, als habe man nicht genügend Sorgen und Ängste.

Liebe Anja, Du hast Dir gewünscht, dass ich nochmal ein Foto von Balou aus "guten Zeiten" poste - also habe ich nochmal ein bisschen was von allen Lieblingen rausgekramt, zuletzt natürlich unsere Fotos von gestern - es sind noch viel viel viel viel mehr, aber darauf darfst Du jetzt noch ein wenig gespannt sein, liebe Anja. Ich drück Dich und sage definitiv Auf Wiedersehen mit Dir und Deinen Lieben! Alles andere schalte ich aus und wir hatten definitiv kein Regenbogenshooting! Denn die hasse ich wie die Pest.

 

  

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